Einladung zum BUNRAKU

Darsteller

Erzähler (Tayu)

Ein Erzähler erzählt die Geschichte. Das reicht von der Beschreibung der Szene bis zur Rezitation der Textzeilen für die einzelnen Figuren.

Gidayu-bushi und Libretto (Yukahon)

Erzähler (Tayu)

Libretto (Yukahon)

Der Erzähler bringt die Geschichte voran, indem er geschickt seine Stimme verändert, während neben ihm der Klang der Shamisen ertönt. Diese Art der musikalischen Darbietung heißt Joruri und das wichtigste Beispiel dafür ist Gidayu-bushi, das in Osaka während der Edo-Zeit eingeführt wurde.

Die Erzählung im Gidayu-bushi besteht aus Stilen, wie etwa Kotoba (Textzeilen der Figuren), Jiai (Beschreibung der Szene) und Fushi (fast wie Singen mit der Shamisen).

Das Skript und die Methode der Rezitation, die der Erzähler selbst mit einem Kalligrafie-Pinsel aufschreibt, heißt „Libretto (Yukahon)“. Bevor er mit der Rezitation anfängt, hebt der Erzähler das Libretto auf Augenhöhe. Das ist eine Art, tiefen Respekt vor den Textzeilen und den Erzähltechniken zu bekunden, die ihm von seinen Vorgängern überliefert worden sind.


Die Stimme des Erzählers drückt die Gefühle der Figuren aus

Buchständer (Kendai)

Vor dem Erzähler steht kein Mikrofon, auch wenn er bis zu eineinhalb Stunden lang ohne Unterbrechung rezitiert. Der Erzähler presst seine Stimme aus der Tiefe seines Unterleibs hervor, damit seine Stimme jeden Winkel des großen Theaterraums erreicht und die Geschichte verstanden wird. Darüber hinaus muss der Erzähler seine Rezitation so gestalten, dass die zahlreichen Figuren zu unterscheiden sind. Die Erzählung im Gidayu-bushi kann beim ersten Hören übertrieben klingen. Aber in Wirklichkeit ist es eine sorgfältig gestaltete Stimmtechnik zum Ausdruck der Gefühle der Figuren. Der Erzähler muss jahrzehntelang trainieren, bis er diese Technik beherrscht.