EINLADUNG ZUM KABUKI Leitfaden für das Verständnis der traditionellen darstellenden Künste Japans KabukiEINLADUNG ZUM KABUKI Leitfaden für das Verständnis der traditionellen darstellenden Künste Japans Kabuki

StückeTypische Stücke

Tsumoru Koi Yuki no Sekinoto(Die verschneite Grenzstation)

Tänze Übliche Bezeichnung: Sekinoto

Zusammenfassung

Dies ist eine Aufführung im Stil des Tokiwazu buyo (Tänze zu Tokiwazu-Musik), die landläufig als „Sekinoto“ bekannt ist.
Der erste Teil des Stücks spielt am schneebedeckten Osaka no Seki (Grenzstation Osaka). Hier stehen zahlreiche komachi-zakura (eine Kirschbaumsorte) in voller Blüte. Yoshimine Munesada, der in der Nähe lebt, erhält Besuch von seiner Geliebten Komachihime (Prinzessin Komachi). Bei ihrer Ankunft äußert sie Zweifel an der wahren Identität von Sekibei, dem Wächter und Wärter des Grenzpostens.
Im zweiten Teil erfahren wir, dass Sekibei in Wirklichkeit Otomo no Kuronushi ist, ein durchtriebener Schurke, der das ganze Land an sich reißen will. Eine weitere Schlüsselfigur, die Kurtisane Sumizome, entpuppt sich als Kirschbaumfee. Kuronushi und Sumizome ziehen dann in den Kampf. In vielen Inszenierungen werden die Rollen von Prinzessin Komachi und Sumizome vom selben onnagata (Darsteller von Frauenrollen) gespielt.

Highlight

January 1991
National Theatre, Large Theatre
“Tsumoru Koi Yuki no Sekinoto” Osakayama Sekisho
Sekibei (Otomo no Kuronushi): Ichikawa Danjuro XII

Kabuki-Stücke, in denen die Figuren ihre wahre Identität und ihren gesellschaftlichen Status zunächst verbergen und diese dann später bekannt werden, bezeichnet man als Miarawashi. In solchen Aufführungen nutzt man normalerweise die Technik schneller Kostümwechsel, um die tatsächlichen Gegebenheiten sichtbar zu machen. Dieses Stück ist ein eher seltenes Beispiel, insofern nicht nur Sekibei (als Kuronushi), sondern auch die Kurtisane Sumizome (als Kirschbaumfee) einen Identitätswandel vollzieht.