EINLADUNG ZUM KABUKI Leitfaden für das Verständnis der traditionellen darstellenden Künste Japans KabukiEINLADUNG ZUM KABUKI Leitfaden für das Verständnis der traditionellen darstellenden Künste Japans Kabuki

StückeTypische Stücke

Aotozoshi Hana no Nishikie(Die fünf Diebe)

Sewa-mono Übliche Bezeichnung: „Shiranami gonin otoko“, „Bentenkozo“

ZusammenfassungDie Schicksale von fünf Dieben

„Shiranami Gonin Otoko“ ist ein populäres Werk des für shiranami-mono (Stücke mit Dieben als Hauptfiguren) berühmten Bühnenautors Kawatake Mokuami. Es widmet sich den Schicksalen von fünf Dieben — Nippon Daemon, Benten Kozo Kikunosuke, Nango Rikimaru, Akaboshi Juzaburo und Tadanobu Rihei.
Eine typische Inszenierung dieses Stücks stellt zwei getrennte Szenen in den Mittelpunkt: Die erste ist die „Hamamatsuya Misesaki“-Szene, die vor dem Hamamatsuya, eine Handlung für Kimonostoffe, spielt. Benten Kozo, verkleidet als Tochter eines Samurais, versucht vom Laden Geld zu erschwindeln. Die zweite Szene, als „Inasegawa Seizoroi“ bekannt, handelt von einem Treffen von fünf Dieben am Inase-Fluss. Bei den meisten Inszenierungen werden, unter dem Titel “Benten Musume Meo no Shiranami (Benten der Dieb als junge Dame verkleidet)”, nur diese beiden Szenen aufgeführt.
1862 trat erstmals der Kabuki-Schauspieler Onoe Kikugoro V im jungen Alter von 19 Jahren als Benten Kozo auf. Angesichts seines großen Erfolgs in dieser Rolle haben auch nachfolgende Darsteller-Generationen über die Jahre die Rolle ebenfalls unter dem Namen Onoe Kikugoro verkörpert.

HighlightBenten Kozo gibt seinen Namen preis

March 1984
National Theatre, Large Theatre
“Aotozoshi Hana no Nishikie” Hamamatsuya Misesaki
Bentenkozo Kikunosuke: Onoe Kikugoro VII

Benten Kozo kommt am Hamamatsuya an und versucht, den Laden um Geld zu betrügen. Als ein Angestellter erkennt, dass er ein Mann und keine junge Dame ist, verrät Benten Kozo wie er wirklich heißt. Die berühmte Passage beginnt mit den Worten „Du weißt es nicht? Ich lasse dich wissen!“. Das ganze Gespräch ist in einem aus der japanischen Gedichtkunst entlehnten Versmaß mit sieben und fünf Silben gehalten und es ist ein Genuss ihm zuzuhören.
Darsteller, die in dieser Szene den Benten Kozo verkörpern, bemühen sich um eine reizvoll verfeinerte Darbietung und nutzen eine Reihe minutiös ausgestalteter kata (Formen). Dies gilt auch für den gesprochenen Text und die Geschicklichkeit bei der Handhabung von tenugui-Handtüchern, traditionellen Tabakspfeifen und anderen bunten Bühnenrequisiten.